AKTIEN & ETF‘s

Was sind eigentlich Aktien?

Das Wort Aktie stammt ursprünglich aus dem Lateinischen. Lat.: actio etwas frei übersetzt: klagbarer Anspruch.

Eine Aktie ist nichts anderes als ein Stück Unternehmen. Ein Unternehmen wird in eine bestimmte Anzahl Aktien aufgeteilt und jeder Aktionär ist nun Miteigentümer. Er hat sozusagen Anspruch auf ein Stück der Unternehmens. Bis auf wenige ausnahmen ist es für jeden möglich sich an diesen Unternehmen zu beteiligen, indem er eine oder mehrer Aktien kauft. Theoretisch hast du sogar ein Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen bezüglich der Unternehmensführung, denn immerhin gehört dir ein Teil des Unternehmens. Letztlich werden hier aber nur die Stimmen der Großaktionäre wirklich Gewicht bei Entscheidungen haben. Ebenfalls bist du als Aktionär berechtigt die Hauptversammlung des Unternehmens zu besuchen und dort auch Fragen zu stellen.

Über den Wirtschaftlichen Aspekt hinaus, kann der Besitz von Aktien eine auch eine psychisch positive Wirkung haben, denn sind wir einmal ehrlich, ist es nicht ein gutes Gefühl wenn du das nächste mal durch den Supermarkt gehst und siehst quasi die Produkte „deines“ Unternehmens im Regal stehen? Oder wie wäre es wenn du tanken fährst, an „deiner“ Tankstelle und du weißt dass du von deiner Tankrechnung einen Teil als Dividende zurückbekommst? Dieses Gedankenspiel lässt sich nun beliebig weiterführen. Hat man das einmal verstanden, sieht man die Konsumwelt mit anderen Augen. So freue ich mich zum Beispiel immer über die Schlangen vor einem Louis Vuitton Shop, nicht weil ich mich gerne anstellen möchte, sondern weil ich mir gute Unternehmensumsätze verspreche und infolgedessen steigende Kurse und Dividenden erhoffe.

Warum teilt man ein Unternehmen in Aktien auf?

Aktien sind eigentlich nichts anderes als ein Finanzierungsinstrument. Wenn ein Unternehmen neues Geld für Investitionen benötigt, könnte es bei der Bank einen Kredit aufnehmen, für diesen würden jedoch Zinsen fällig und er muss zurückgezahlt werden. Variante zwei wäre die Ausgabe von Aktien. In diesen Fall sind die Aktionäre die Kreditgeber und erhalten im Gegenzug Firmenanteile als Sicherheit. Steigt jetzt der Wert des Unternehmens aufgrund kluger Investitionen und eines gut laufenden Geschäfts, steigen infolge nun auch unsere Aktien(Firmenanteile). Manche Unternehmen belohnen ihre Aktionäre sogar mit einer Beteiligung am Gewinn(Dividende).

Wie kann ich mit Aktien Geldverdienen?

Bei Aktien gibt es unzählige Möglichkeiten des Geldverdienens. Man kann auf steigende oder fallende Kurse Wetten, man kann auf Preise in der Zukunft setzen. mit Fremdkapital einen Hebel nutzen oder mit Dividenden arbeiten. Da einige dieser Finanzinstrumente aber ein extrem hohes Verlustrisiko mit sich bringen, beschränken wir uns für den Anfang nur auf steigende Kurse und Dividenden.

Steigende Kurse

Der Preis der an einer Aktie steht, sagt nun wenig über das Unternehmen aus. Um diesen zu deuten, müssen wir ersteinmal verstehen wie ein Aktienkurs zustande kommt. Jedes Unternehmen hat einen gewissen Wert. Dieser setzt sich aus dem Gewinn, dem Vermögen, Schulden und weiteren Faktoren zusammen. Der sogenannte Unternehmenswert. An der Börse spricht man oft von der Marktkapitalisierung. Die Marktkapitalisierung ist die Summe aus der Anzahl der Aktien, multipliziert mit dem Aktienkurs. In der Praxis ist es aber so, dass wir die Marktkapitalisierung im Verhältnis zum Unternehmenswert betrachten müssen, da an der Börse Zukunft und erwartete Gewinne in die Marktkapitalisierung mit eingepreist werden. Deshalb ist die Marktkapitalisierung meist höher als der Unternehmenswert. Selten kommt es auch vor dass der Unternehmenswert die Marktkapitalisierung übersteigt. Das ist häufig ein Zeichen für einen unterbewerteten Aktienkurs.

Der Preis ist das was Sie bezahlen. Der Wert ist das was sie bekommen.

Warren Buffet

Macht das Unternehmen nun deutlich mehr Gewinne, wird ein höherer Gewinn aufgrund neuer Innovationen erwartet, oder es passiert etwas, dass die Fantasie der Anleger oder das Potenzial der Firma steigen lässt, sind Anleger in Erwartung an höhere Gewinne bereit einen höheren Preis für Unternehmensanteile zu zahlen. Die Aktie steigt, somit auch die Marktkapitalisierung. Völlig losgelöst davon, ist es möglich dass der eigentliche Unternehmenswert gleichbleibt oder sogar sinkt. So kann es passieren dass eine Firma „teuer“ oder „günstig“ bewertet ist. Hast du diese Bewegung frühzeitig erkannt und die Aktie „günstig“ eingekauft, kannst du diese nun zu einen höheren Preis verkaufen. Herzlichen Glückwunsch zu den ersten Kursgewinnen.

Aber Achtung. Vorher sollte man natürlich recherchieren wie wahrscheinlich die Kurssteigerung ist, beziehungsweise wie gut das Unternehmen funktioniert. Denn um unsere Aktien zu verkaufen brauchen wir auch einen Käufer. Da an der Börse immer eine gewisse Erwartungshaltung herrscht, möchte der Käufer natürlich auch eine Kurssteigerung erwarten können. Fällt diese Erwartungshaltung weg, sind die neuen Käufer nicht bereit höhere Preise zu bezahlen, der Kurs sinkt also.

Der Richtige Zeitpunkt des Ausstiegs will ebenfalls gut überlegt sein. Es empfiehlt sich schon im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, wann und wie ich aussteigen möchte. Gerade wenn wir von Emotionen und Gier getrieben sind, kann das sehr schwierig werden. In der Regel solltest du ein Aktie aber über einen längeren Zeitraum halten, somit steigt die wahrscheinlichkeit für Kursgewinne und der Ausstieg geschieht irgendwann intuitiv.

Als Aktionär musst du lernen ruhig zu bleiben. Aktien schwanken täglich im Wert. Das ist völlig normal und ermöglicht es uns günstige Einstige zu finden. Fällt deine Aktie solltest du nicht gleich in Panik verfallen. In den meisten Fällen gibt es keine rationalen Gründe sondern ist mit normalen Schwankungen zu erklären. Lasse dich also davon nicht verunsichern, außerdem gab es ja bestimmt auch einen Grund warum du ausgerechnet diese Aktie gekauft hast. (Sollte es zumindest, denn nur weil jemand sagt der Kurs steigt, ist dass kein vernünftiger Grund zum kaufen). Sollte sich jedoch dieser Grund, auch Investmentcase genannt, plötzlich ändern oder nicht mehr gegeben sein, solltest du das Unternehmen auf jedenfall prüfen und kannst dann immer noch über einen Verkauf nachdenken. Sollte sich nun im unternehmen nachhaltig etwas zum negativen verändert haben, könnte der Veränderte Investmentcase nämlich dann auch für andere Anleger der Grund sein diese Aktie zu verkaufen. Das würde dann auch den fallenden Kurs erklären, da es es nun mehr Verkäufer als Käufer gibt und du deshalb einen günstigeren Preis in kauf nehmen musst.

Eine gute Idee ist es auch sich eine realistische Kursmarke zu setzen, an der man einen Teil der Aktien verkauft um so Gewinne sichern zu können. Über diese Kursmarken sollte man sich auch bei einem Verlust Gedanken machen. Viele vergessen, dass eine Aktie, welche 50% verloren hat, 100% Gewinn benötigt um bei +/- Null zu stehen. Daher ist es ratsam irgendwann lieber mit Verlust zu verkaufen als alles zu verlieren. Das gilt aber nicht unbedingt, wenn man fundamental begründen kann warum der Kurs bald wieder steigt. in diesem Fall wäre der Kauf weiterer Aktien sogar die besserer Entscheidung, da der Aktienkurs daraufhin weniger stark steigen muss um wieder in die Gewinnzone zu kommen.

DIVIDENDN

Etwas entspannter als die richtigen Kauf und Verkaufspreise zu finden, sind Dividenden. Jedoch sollte man sich auch hier das Unternehmen genauer anschauen um nicht zu teuer zu kaufen. Denn auch trotz Dividende kosten uns fallende Kurse Kapital. Daher ist unser Ziel als Dividendeninvestor ein sich seitwärts bewegender oder leicht steigender Kurs + regelmäßige Dividende.

Dividenden sind Beteiligungen am Unternehmensgewinn. Viele Unternehmen schütten einen bestimmten Prozentsatz des Gewinns an die Aktionäre aus. man kann es auch als Risikoprämie sehen, welche man dafür bekommt dass man sein Geld verleiht. Dividenden werden pro Aktie gezahlt. Folglich gilt, je mehr Aktien ich besitze, desto mehr Dividende bekomme ich. Das schöne an Dividenden ist die Tatsache, dass es Unternehmen gibt, welche 1,2,4 oder sogar monatliche Dividende zahlen. so lässt sich mit etwas Überlegung ein monatliches zweites Einkommen aufbauen.

Leider hat alles was ersteinmal super klingt natürlich auch seine Risiken. Kein Unternehmen ist verpflichtet euch Dividende zu zahlen. Läuft es schlecht, wird die Dividende gekürzt oder gar ganz gestrichen. In vielen Fällen wird sie aber sogar Jahr für Jahr gesteigert. Je länger eine Dividende gezahlt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls. Kennzahlen wie die Höhe der Ausschüttung des Gewinns in Prozent können ein Indikator für eine zuverlässige Dividende sein. Zahlt ein Unternehmen mehr Dividende als es verdient, ist ein Ende der Ausschüttung absehbar. Was genau meine ich damit? Angenommen das Unternehmen erwirtschaftet eine Million Euro Gewinn, davon werden 55% als Dividende für alle Aktien ausgeschüttet, wäre das ein gesundes Verhältnis. Liegt die Ausschüttung aber bei 90% oder sogar über 100% bleibt dem Unternehmen kein Kapital um zu wachsen. Im schlimmsten Fall verliert es sogar Kapital und muss sich verschulden um die Dividende zu zahlen. Eine höhere Verschuldung würde wiederrum den Aktienkurs belasten. (Hier gibt es Ausnahmen. Besonders im Bereich der Immobilien oder Finanzierungsunternehmen. Sogenannte Reit´s und BDC´s. dazu aber später in einem anderen Kapitel)

Auch sollte man darauf achten, dass die Dividende nicht Stück für Stück gekürzt wird. Ein ständig fallender Kurs ist ebenfalls nicht so förderlich, da man so trotz regelmäßiger Dividende Kapital verliert. Kombinieren wir nun einen ständig fallenden Kurs mit regelmäßiger Dividendenkürzungen, haben wir zwar eine gleichbleibende Dividendenrendite, verlieren aber dennoch Geld. Sinkt der Kurs bei gleichbleibender Dividende, steigt logischerweise die Dividendenrendite (Auschüttungsverhältnis in % zum aktuellen Aktienkurs). Es führt also kein Weg daran vorbei sich das Unternehmen genauer anzuschauen. Ist der Wert so hoch weil der Kurs stark gefallen ist, oder läuft das Unternehmen so gut, dass der Gewinn so hoch ausfällt? Das gehört vorher immer geprüft.

Hierzu möchte ich dir das Buch „Cool bleiben & Dividenden kassieren“ ans Herz legen.

Was sind ETF´s

Wem das alles zu kompliziert ist, oder wer keine Lust hat sich um die Recherche der Unternehmen zu kümmern, der ist beim Thema ETF besser aufgehoben. ETF bedeutet „Exchange Traded Fund“.

Einen ETF kannst du dir Vorstellen wie einen großen Korb mit ganz vielen unterschiedlichen Aktien. Kaufst du nun einen ETF Anteil, kaufst du ein Stück aller darin enthaltener Aktien. Es gibt zahllose ETFs, neben den klassischen Indize * Nachbildungen gibt es auch verschiedene Varianten, welche entweder die ganze Welt abdecken oder auch nur bestimmte Bereiche der Wirtschaft. Immobilen ETFs, Gesundheits ETFs, Energie ETFs, Spezielle Länder ETFs und und und…

*(Ein Aktienindex, kurz Index, ist eine Kennzahl von ausgewählten Aktiengesellschaften bzw. deren Aktienkurse. Die Mehrzahl eines Index lautet Indizes. Mithilfe eines Index lässt sich die durchschnittliche Entwicklung eines Marktes darstellen. Ein „Markt“ wird dabei zum Beispiel nach Land, Branche oder Region definiert. Unterschiedliche Länder, Aktiengesellschaften und Branchen kann man somit durch einen Index miteinander vergleichen. Die Idee hinter dem Index ist also, einen Überblick über die gesamtwirtschaftliche Situation zu erhalten. Anders ausgedrückt gibt ein Aktienindex einen Überblick über den allgemeinen Kursverlauf mehrerer Aktien)

https://www.banxbroker.de/optionen/optionshandel/was-ist-ein-index/

Kaufst du einen ETF Anteil, bist du nun an 20-1800 Untenehmen beteiligt. Der große Vorteil besteht darin, dass selbst wenn ein Unternehmen innhalb des ETFs schlecht läuft oder gar pleite geht, nicht sofort dein gesamtes Vermögen verloren ist. Jedes Unternehmen ist immer nur zu einem bestimmten Prozentsatz vertreten. Natürlich kannst du nun nicht erwarten, dass dein Kapital so extreme Sprünge macht, wie bei einem Investment in ein einzelnes Unternehmen, aber dass ist der Preis für dieses bisschen Sicherheit. Mit Hilfe von ETFs lässt sich so auch mit kleinem finanziellen Aufwand und wenig Recherche einfach und recht sicher Vermögen aufbauen.

Das Thema Dividende gibt es übrigens auch bei ETFs. Manche zahlen ein paar mal im Jahr die Dividende aus, andere reinvestieren(thesaurierend) sie direkt wieder. Besonders für den Anfang ist das reinvestieren der Dividenden die sinnvollere Variante, da man so viel stärker vom eingangs erwähnten Zinseszins profitiert.

Doch auch einen ETF sollte man nicht blind kaufen. So sollte man unteranderem auf die Größe des verwalteten Vermögen schauen und auch auf die Kosten. Diese bewegen sich zwar in wirklich niedrigen Prozentsätzen, gehören dennoch beachtet. Über viele Jahre und bei größeren Summen können die Gebühren doch plötzlich ganz beachtlich werden. Die größe des ETFs ist besonders im Fall eines Verkaufes interessant. Befindet sich nun sehr wenig Kapital innerhalb des ETFs spricht man von illiquide. Das erhöht beim Verkauf die Gefahr zu einem schlechterem Kurs Verkaufen zu müssen, da sich nicht genügend Käufer finden lassen. Ebenfalls solltest du zu beginn darauf achten nur ´physisch replizierende´ ETFs zu kaufen. Dies bedeutet dass im ETF auch wirklich die Aktien enthalten sind die angegeben sind. Das Gegenteil von Physichen ETFs sind sogenannte ´Swap ETFs´ diese ermöglichen es zum Beispiel in schwer zugängliche Märkte zu investieren, bringen aber auch einige sehr spezielle Risiken mit sich. Dies würde hier allerdings den Rahmen sprengen. Im Internet finden sich viele wirklich gute Seiten, die sich ausschließlich dem vergleich von ETFs widmen und so die Entscheidung zum passenden Welt- oder Sektor ETF vereinfachen.

Eine Seite die ich selber gerne benutze ist: https://www.justetf.com/de/

Fazit

Aktien sind Grundsätzlich Anlagen für einen Längeren Zeitraum. Häufig liest man von der 5+5 Regel. Übersetzt bedeutet dies, dass man einen Anlagehorizont von mindesten 5 Jahren haben sollte, plus die Option auf weitere fünf Jahre, falls der Markt schlecht läuft. Historisch gesehen minimiert sich das Verlustrisiko je länger unser Zeithorizont ist. Natürlich kann man auch auf kleinen Zeitebenen Gewinne machen, dies ist aber deutlich risikoreicher.

Vielleicht stellst du dir auch nun die Frage wann der richtige Zeitpunkt ist um zu beginnen. Die Antwort ist einfach: Immer!Hast du eine Aktie oder einen ETF nach deinem Geschmack gefunden, bist dir beim Kaufpreis aber unschlüssig und weißt nicht ob der Preis gut ist oder nicht, kannst du ganz leicht einen Sparplan anlegen. Das bedeutet du kaufst jeden Monat/Woche/Quartal immer mit einem von dir festgesetzten Betrag diese Aktie oder ETF. Sollte der Kurs nun fallen, profitierst du vom sogenannten ´Cost average effect´. Du Kaufst also mehr Anteile für deinen festgesetzten Betrag. Sollte der Kurs wieder steigen, bist du deutlich schneller zurück auf der Gewinnerseite, da du ja immer mehr Anteile gekauft hast. Ich habe Studien gelesen die zwar besagen dass ein Einmalinvest über die Jahre die bessere Rendite bringt, weil der Zinseszinseffekt schneller Wirkung zeigt, aber so gehst du sicher einen vernünftigen Durchschnittskurs zu haben.

Sollte deine Aktie, ETF, oder was auch immer nun deutlich weiter im Preis fallen, du aber nach wie vor fest überzeugt vom Unternehmen sein, bieten sich auch beschleunigte Ansparpläne an. Übersetzt bedeutet dies: Je weiter der Preis fällt, desto höher wird deine monatliche Sparrate.

Ansparrate PreisAnteile
50€100€0,5
75€75€1
100€50€2
125€25€5

Du hast nun 8,5 Anteile zu einem durchschnittlichen Einkaufspreis von 43,75€. Hättest du weiterhin jeden Monat 50€ Investiert, hättest du lediglich 4,25 Anteile zu je 47€. Steigt der Kurs nun wieder auf 100€, besitzt du im beschleunigten Sparplan 850€ (350€ investiert). Das bedeutet ein plus von 142%. Beim normalen Sparplan kommst du lediglich auf 425€ (200€ investiert). Ein plus von 112%. Wir haben jetzt nur über einen kurzen Zeitraum gerechnet. Je länger dieser niedrige Kurs anhält, desto höher fällt aber der Unterschiede aus. Solchen Preissprüngen wirst du in der Praxis eher selten begegnen, aber das ganze sollte auch nur zur Veranschaulichung dienen.

Wichtig ist jedenfalls, dass du dir stehts selbst ein Bild von allem machst und dich nicht blind auf irgendwelche Börsenblätter oder Influenzer verlässt. Denn auch diese machen einmal Fehler und manche wollen einfach nur dein Geld.

ZinsesZins

Da wir nun soviel über den Zinseszins gesprochen haben, möchte ich dir auch das nun kurz visualisieren. Unten siehst du eine Standartmäßige Verzinsung von 10%.

AnlageZinsen 10%Vermögen
10000€1000€11000€
10000€1000€12000€
10000€1000€13000€
10000€1000€14000€

Der Zinseszins besagt aber, dass wir nun auch auf unsere Zinsen Zinsen bekommen. Das sieht nun wie folgt aus.

AnlageZinsen 10%Vermögen
10000€1000€11000€
11000€1100€12100€
12100€1210€13310€
13310€1331€14641€

Wie du siehst, ergibt sich schon nach nur vier Jahren ein Unterschied von 641€. Würden wir diese Tabelle bis zu zehn Jahren weiterführen, wären wir schon bei einem unterschied von 5937€. Nicht umsonst wird der Zinseszins gerne als achtes Weltwunder beschrieben. Das ist auch der Grund, warum ein ausschüttender ETF nicht unbedingt sinnvoll ist. Dieser Effekt geht dort leider verloren. Der Zinseszins greift erst so richtig nach einigen Jahren. Je länger du ihn arbeiten lässt, desto exponentieller kann er sich entfalten. Das sollte Motivation sein, seine Geldanlage über einen langen Zeitraum fortzuführen.

Leider sind die meisten Menschen nicht in der Lage exponentiell zu denken, deshalb ein Beispiel um den Unterschied zu verstehen.